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Magnetfeldtherapie

Magnetfeldtherapie in Köln-Lindenthal: pulsierende Magnetfelder, MBST und EMTT im Vergleich – wofür sie eingesetzt werden und was belegt ist.

Magnetfeldtherapie

Unter Magnetfeldtherapie laufen mehrere Verfahren, die wenig miteinander zu tun haben — außer dass in allen ein Magnetfeld erzeugt wird. Sie unterscheiden sich in der Energie, in der Anwendung und vor allem darin, wie gut sie untersucht sind. Auf dieser Seite stehen alle drei, die in meiner Praxis zur Verfügung stehen, mit dem, was für und was gegen sie spricht.

Die drei Verfahren im Überblick

Die pulsierende Magnetfeldtherapie arbeitet mit vergleichsweise schwachen, getakteten Feldern und wird großflächig angewendet, meist über mehrere Sitzungen. Die Kernspinresonanztherapie, im Handel als MBST bezeichnet, nutzt ein Prinzip, das von der Kernspintomografie abgeleitet ist, mit sehr geringer Energie und über mehrere Behandlungsstunden an aufeinanderfolgenden Tagen. Die Magnetotransduktionstherapie, kurz EMTT, arbeitet umgekehrt mit kurzen, hochenergetischen Impulsen und wird häufig zusammen mit der Stoßwellentherapie eingesetzt.

Ein Hinweis zur Begrifflichkeit, weil er immer wieder für Verwirrung sorgt: „Kernspinresonanztherapie“ ist eine Bezeichnung des Herstellers, keine eingeführte medizinische Verfahrensbezeichnung. Mit der Kernspintomografie, also der bildgebenden MRT-Untersuchung, hat sie das physikalische Grundprinzip gemeinsam — aber die Geräte erzeugen keine Bilder und arbeiten mit deutlich schwächeren Feldern.

Was die Evidenz hergibt — nach Verfahren getrennt

Pulsierende Magnetfelder

Am besten belegt ist die Anwendung bei der Knochenheilung. Eine Metaanalyse aus 22 randomisierten Studien mit 1.468 Teilnehmern fand eine höhere Heilungsrate — 79,7 Prozent gegenüber 64,3 Prozent in den Kontrollgruppen, relatives Risiko 1,22 (95 % KI 1,10 bis 1,35) — bei einer als moderat eingestuften Evidenzqualität. Passend dazu ist die Magnetfeldtherapie in den Beihilfevorschriften ausdrücklich bei nicht heilenden Knochenbrüchen, atropher Pseudarthrose, Endoprothesenlockerung und Hüftkopfnekrose beihilfefähig, wenn sie eine chirurgische Behandlung begleitet.

Bei Kniearthrose ist die Lage uneinheitlich. Ein älterer Cochrane-Review von 2013 mit neun Studien und 636 Patienten fand eine Schmerzreduktion, neuere Metaanalysen von 2020 und 2026 dagegen keinen konsistenten Effekt auf den Schmerz, allenfalls auf die Funktion. Die deutsche Leitlinie zur Gonarthrose hat die Magnetfeldtherapie beim Upgrade auf S3 im Jahr 2024 aus dem Empfehlungstext gestrichen — sie enthält dazu jetzt keine Aussage mehr.

Für den unspezifischen Kreuzschmerz ist die Lage am ungünstigsten: Die frühere Nationale VersorgungsLeitlinie, inzwischen abgelaufen und in Überarbeitung, sprach sich ausdrücklich dagegen aus. Eine Übersicht von neun Studien mit 420 Teilnehmern fand in fünf davon eine Verbesserung, in drei keine; eine Metaanalyse war wegen der unterschiedlichen Geräteeinstellungen nicht durchführbar. Ich setze das Verfahren bei Rückenschmerzen deshalb allenfalls begleitend ein, nicht als tragende Maßnahme.

MBST

Hier muss ich deutlich werden, weil auf vielen Praxisseiten das Gegenteil steht. Es gibt drei randomisierte Studien — zwei zur Kniearthrose mit je 100 Teilnehmern, eine zum Bandscheibenvorfall mit 108 Teilnehmern. In allen dreien unterschieden sich Verum- und Scheinbehandlung nach drei bis sechs Monaten nicht. Eine der Studien wurde vom Hersteller finanziert, bei den übrigen fehlen Angaben zu Interessenkonflikten. Das britische Gesundheitsinstitut NICE hat das Verfahren geprüft und kam zu dem Ergebnis, dass die Wirksamkeitsbelege nach Qualität und Umfang unzureichend sind und keinen Vorteil gegenüber Placebo zeigen.

Was das für die Praxis bedeutet: Ich biete MBST an, weil Patienten danach fragen und weil das Verfahren risikoarm ist. Ein Wirkversprechen ist damit nicht verbunden, und ich rate davon ab, es als ersten Schritt zu wählen, wenn besser belegte Möglichkeiten offenstehen.

EMTT

Für EMTT liegt eine randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie aus dem Jahr 2026 mit 126 Teilnehmern vor. Sie fand nach zwölf Wochen bessere Funktions- und Schmerzwerte als die Scheinbehandlung. In Kombination mit der Stoßwellentherapie zeigte eine frühere scheinkontrollierte Studie an 86 Patienten mit Sehnenbeschwerden der Schulter ebenfalls einen Vorteil. Beide Studien stammen aus derselben Arbeitsgruppe und wurden vom Gerätehersteller unterstützt; eine vollständig unabhängige Untersuchung gibt es bislang nicht. Aus derselben Studie stammt eine Zahl, die zur Aufklärung gehört: Eine Hautrötung trat bei 49,2 Prozent der Behandelten auf, gegenüber 9,5 Prozent in der Scheingruppe; Schmerzen während der Behandlung bei 42,9 gegenüber 17,5 Prozent. Schwere Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.

Wann ich welches Verfahren vorschlage

Bei verzögerter Knochenbruchheilung und bei Pseudarthrose ist die pulsierende Magnetfeldtherapie das Verfahren mit der besten Datengrundlage. Bei Sehnenbeschwerden, die auf Stoßwellen allein nicht ausreichend ansprechen, ist EMTT als Ergänzung am ehesten begründbar. Bei Arthrose und Rückenschmerzen ist Magnetfeldtherapie in jeder Form eine begleitende Maßnahme — sinnvoll, wenn sie hilft, ein aktives Programm zu ermöglichen, aber kein Ersatz dafür.

Zum Ablauf der Kernspinresonanztherapie: Je nach Befund sind fünf bis neun Behandlungsstunden innerhalb von zwei Wochen vorgesehen, jeweils eine Stunde pro Tag außer am Wochenende. Sechs Monate nach Abschluss ist eine kurze Erhaltungsbehandlung über drei Behandlungsstunden möglich.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Schwere Nebenwirkungen sind in keiner der ausgewerteten Übersichtsarbeiten aufgetreten. Häufig sind vorübergehende Hautrötungen und ein Ziehen oder Wärmegefühl während der Anwendung. Nicht behandelt wird in der Schwangerschaft. Ausgeschlossen ist die Anwendung bei allen elektronischen Implantaten im Behandlungsbereich — Insulin- oder Schmerzpumpen, Herzschrittmacher, implantierte Defibrillatoren —, außerdem bei bakteriellen Entzündungen im Behandlungsbereich sowie bei Tumor- und Leukämieerkrankungen. Metallimplantate ohne Elektronik, etwa eine Endoprothese oder Osteosynthesematerial, schließen eine Behandlung dagegen nicht aus.

Kosten und Kostenerstattung

Die Magnetfeldtherapie ohne implantierte Spulen ist in der vertragsärztlichen Versorgung eine ausgeschlossene Methode — die gesetzlichen Krankenkassen zahlen sie nicht, unabhängig von Verfahren und Indikation. Meine Praxis ist ohnehin seit Oktober 2022 eine reine Privatpraxis für Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahler.

Für Beihilfeberechtigte gibt es eine wichtige Ausnahme: Bei atropher Pseudarthrose, Endoprothesenlockerung, idiopathischer Hüftkopfnekrose und verzögerter Knochenbruchheilung ist die Magnetfeldtherapie beihilfefähig, wenn sie eine sachgerechte chirurgische Behandlung begleitet. Bei privater Versicherung richtet sich die Erstattung nach dem Tarif. Den voraussichtlichen Gesamtaufwand bekommen Sie vor Beginn schriftlich.

Wer Sie behandelt

Untersuchung, Indikationsstellung und Verlaufskontrolle liegen bei mir, Dr. med. Marko Niederhaus, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit über 25 Jahren Erfahrung.

Termin in Köln-Lindenthal

Die Praxis liegt an der Aachener Straße 327 in 50931 Köln. Sprechzeiten montags, dienstags und donnerstags von 8.00 bis 13.00 und von 15.00 bis 18.00 Uhr, mittwochs und freitags nach Vereinbarung. Termin telefonisch unter 0221 / 33 77 500 oder über das Terminformular.

Häufige Fragen

1. Spürt man die Behandlung?

Meist wenig. Ein Wärmegefühl, ein Ziehen oder ein Klopfen während der Anwendung ist normal, bei EMTT auch eine Hautrötung danach.

Nein. Magnetfeldtherapie ist von der vertragsärztlichen Versorgung ausgeschlossen. Für Beihilfeberechtigte gibt es bei Knochenheilungsstörungen eine Ausnahme.

MBST arbeitet mit sehr geringer Energie über mehrere Stunden an aufeinanderfolgenden Tagen, EMTT mit kurzen hochenergetischen Impulsen in einzelnen Sitzungen. Die Datenlage ist für EMTT besser.

Ja. EMTT wird häufig zusammen mit der Stoßwellentherapie eingesetzt, und Magnetfeldtherapie lässt sich mit Krankengymnastik und Training verbinden.

Termin in Köln-Lindenthal

Adresse
Aachener Straße 327, 50931 Köln